10 Jahre Körperschule Isny
„Wer sich bewegt, bewegt was“
Interview mit Tanja Maria Mendler
Redaktion: Herzlichen Glückwunsch zum 10-Jährigen, Frau Mendler!
TMM: Vielen lieben Dank – ich kann es fast selbst nicht glauben und freue mich total!!!
Redaktion: Was hat Sie im Januar 2008 bewegt, die Körperschule in Isny zu eröffnen?
TMM: Obwohl das Thema „Gesundheit“ war und ich die Arbeit an sich mochte, lag bei meinen früheren Arbeitsstellen am Ende doch immer der Fokus auf Mitgliederzahlen und auf dem Ziel, möglichst schnell viel Umsatz zu erreichen. Mein ganzheitliches Verständnis, vom „gesunden Menschen“ konnte ich in den herkömmlichen Trainings- und Studiokonzepten nicht verwirklichen. Mir war aber der einzelne Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen wichtig.
Redaktion: So haben sie ganz allein ihr Konzept umgesetzt – wie war ihr Anfang?
TMM: Ich habe meinen Job in einer leitenden Position eines Fitnessstudios gekündigt. Um die erste Raummiete über dem Schwarzen Adler und die ersten Matten zu bezahlen, habe ich mir 1.000 Euro geliehen. Damals war ich alleinerziehende Mama und hatte nicht nur für mich, sondern auch für meine kleine Tochter zu sorgen. Viele hielten mich für verrückt, in dieser Lebenssituation einen sicheren Arbeitsplatz aufzugeben. In Wirklichkeit habe ich aber nur das Falsche losgelassen, um mich ganz auf das zu konzentrieren, wovon ich überzeugt war.
Redaktion: Warum waren Sie sich so sicher? War das nicht sehr riskant?
TMM: So habe ich das nie empfunden. Ich habe einfach an die Sache, an mich und meine Fähigkeiten geglaubt. Da war es nur noch ein kleiner Schritt, kompromisslos meinem Herzen zu folgen.
Redaktion: In der Körperschule konnten Sie dann verwirklichen, was Ihnen wichtig war. Aber mal ganz ehrlich: War es nicht schwer, die Isnyer zu überzeugen?
TMM: Im Gegenteil! Ich bin von Anfang an offenen, dankbaren Menschen begegnet, die einfach glücklich mit unserer Arbeit sind. Das hat sich schnell herumgesprochen. Nach einem halben Jahr musste ich mir größere Räumlichkeiten suchen und nochmal ein Jahr später zog ich mit der Körperschule in das heutige Gebäude im Göckelmannweg ein – und nach ein paar Wochen Komplett-Umbau war’s dann soweit: Isny bekam einen neuen Treffpunkt für Bewegungsbegeisterte.
Redaktion: Was macht die Körperschule so besonders?
TMM: Die Menschen, die täglich mit Begeisterung kommen, das super qualifizierte Team, das neue Ideen mit Freude und enormem Engagement umsetzt, die schönen und zentralen Räumlichkeiten, …. da gibt´s so viel, was mir einfällt. Mir war von Anfang an klar, dass ich nach ganzheitlichen Methoden mit Menschen arbeiten will. Das ist für mich eine Sache des Respekts. Jeder Körper ist anders, jedes Leben sowieso. So entwickelte ich die Vision von einem Ort, an dem der sportliche Erfolg am Glücksgefühl und nicht am Umfang des Bizepses gemessen wird.
Redaktion: Eine Schule, an der es nicht um Leistung geht? Davon habe ich als Kind auch geträumt.
TMM: In der Körperschule dürfen sich Erwachsene diesen Traum nochmals erfüllen und lernen, wie schön es ist, wenn Freude zur Motivation wird. Statt zusätzlich Druck aufzubauen, bauen wir hier Stress ab! Es gibt kein „besser oder schlechter“. Egal ob Hausfrau, Marathonläufer, Landwirt oder Manager: In der Körperschule sind alle willkommen. Und weil sich jeder anders bewegen mag, bieten wir heute in über 30 Kursen wöchentlich ein buntes Programm an: von Yoga über Pilates und Wirbelsäulengymnastik bis zum Bodyforming.
Redaktion: Was möchten Sie den Menschen in der Körperschule mitgeben?
TMM: Als Allererstes, sich selbst und den eigenen Körper zu akzeptieren und verantwortungsvoll damit umzugehen, statt irgendeinem Fitness- oder Schönheitsideal nachzueifern. Wir bauen unsere Positivspirale auf Basis einer gesunden, positiven Lebenseinstellung auf und begleiten unsere Mitglieder in ihrer persönlichen Entwicklung.
Redaktion: Seit 6 Jahren bilden sie international Trainer aus? Warum kommen Menschen von weit her um in der Körperschule zu praktizieren?
TMM: Ich denke, weil ich aus langer Erfahrung heraus unterrichte und ausbilde. Ich lege Wert darauf, altes Wissen mit modernsten Methoden der Körperarbeit zu verbinden. Seit 20 Jahren arbeite ich in verschiedensten Disziplinen, von Bewegungstherapien mit Yoga und Pilates bis zum psychologisch-systemischem Coaching. Menschen zu ihrer eigenen Zufriedenheit und Freiheit zu führen, ist meine Berufung. An dieser Arbeit darf ich selbst immer wieder wachsen und lerne täglich dazu.
Redaktion: Sie bleiben also selbst ständig in Bewegung und empfinden das als Freiheit?
TMM: Natürlich! Und zwar auf allen Ebenen. Stillstand ist Rückschritt. Ich bin mit der Körperschule lieber einen Schritt voraus. Ich liebe das Wachstum, weil es die natürlichste Sache der Welt ist. Sobald du dich bewegst, bewegt sich was. Du überwindest, was dich zurückhält, verlässt alte Gewohnheiten und veränderst dich zum Positiven. Da passiert zuerst was auf körperlicher Ebene: Du fühlst dich gesünder, stärker, zufriedener und einfach wohl in deinem Leben. Durch das, was du da ausstrahlst, verändert sich dein Umfeld automatisch. Und dann geht es wie von selbst vorwärts.
Redaktion: Ist das Ihr Erfolgsgeheimnis?
TMM: Es ist gar kein Geheimnis. Jeder Mensch kann das. In dem Moment, in dem er seinem Herzen folgt und sich entscheidet, für sein Leben auf allen Ebenen Verantwortung zu übernehmen.
Redaktion: Vielen Dank für das ehrliche Gespräch und weiterhin alles Gute auf Ihrem Weg, auf dem Ihnen hoffentlich noch viele folgen werden.
Das Interview erschien im Rahmen der 10-Jahres-Feier der Körperschule im Isny Aktuell am 24.01.2018.








